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RD gehören zu Baden

Russlanddeutsche gehören zu Baden
Integrationsleistung bei Jubiläumsfeier für 60 Jahre Landsmannschaft auch von Gall gewürdig


DEN STOLZ auf ihre Integration und ihre Heimat drückten die Russlanddeutschen bei ihrer Feier aus:

in der Mitte Erna Pacer, eingerahmt von Reinhold Gall (links) und Martin Lenz,
dazu als Zweiter von links der Bundesvorsitzende Waldemar Eisenbaum. Foto: jodo
Landsmannschaft bietet Flüchtlingen Beratung an
Helene Fischer hält die Heimattreuen in Atem

hgk. Innenminister Reinhold Gall war am Samstag mit seinem „Patenkind" sehr zufrieden. „Ihre Integration ist in weiten Bereichen eine Erfolgsgeschichte", rief er den zahlreichen Gästen in der Badnerlandhalle zu. Vor 60 Jahren wurde in Karlsruhe die Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) gegründet. Das Land Baden-Württemberg hat vor Jahrzehnten die Patenschaft für diese Volksgruppe übernommen. Zu den Gratulanten zählte neben Gall ein großes Aufgebot an Vertretern aus der Landes- und der Kommunalpolitik. Erna Pacer, die Vorsitzende der Ortsgruppe, hatte einen Marathon bei der Begrüßung zu bewältigen.
In seinem Grußwort bescheinigte Gall den Russlanddeutschen, sie hätten ein hohes Maß an Leistungs- und Integrationswillen mitgebracht. Besonders positiv ist für den Innenminister des Landes die Tatsache, dass viele Aussiedler über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten. „In Zeiten des Fachkräftemangels hilft das enorm und ist ein Gewinn für das Land und die Gesellschaft", unterstrich der Minister.
In seinem Festvortrag stellte Waldemar Eisenbaum, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, dem Land Baden-Württemberg ein gutes Zeugnis aus: „Unser Partnerland hat immer ein offenes Ohr für uns und gute Rahmenbedingungen geschaffen. Der Integrationserfolg musste aber von uns selbst erbracht werden." Eisenbaum sprach sich für „eine differenziertere Darstellung" in der Politik und den Medien aus, denn häufig würden die Aussiedler mit den „Menschen mit Migrationshintergrund" in einen Topf geworfen. Angesichts der derzeitigen Flüchtlingskrise wollten sich dabei die Mitglieder der Landsmannschaft aktiv bei der Bewältigung einbringen. Eisenbaum lobte explizit die Arbeit der Karlsruher Ortsgruppe, die regelmäßig neue Aussiedler berät. Dabei merkte Irina Kiba von der Ortsgruppe an, dass dieses Angebot keineswegs auf die Mitglieder beschränkt sei, sondern allen Migranten offenstehe.
Auf einen anderen Aspekt der Integrationsarbeit ging Bürgermeister Martin Lenz in seinem Grußwort ein. In der „Pinocchio-Schule" werden Vorschulkinder musikalisch und künstlerisch unterstützt und erhalten zudem Sprachunterricht." Und die Beherrschung der deutschen Sprache sei die wichtigste Grundlage einer gelungenen Integration, betonte Lenz. Deshalb sei der Ortsgruppe für das Projekt „Alles unter einem Dach" im Jugendhaus in der Scheffelstraße im Jahr 2010 auch der Integrationspreis der Stadt Karlsruhe verliehen worden.
Erna Pacer kündigte eine „generationenübergreifende und fröhliche Feier" an – und sie sollte recht behalten: Schon die ersten beiden Auftritte im dreistündigen Programm belegten dies. Zuerst zog der Chor „Lieb Heimatland" der Ortsgruppe mit dem Badnerlied als Referenz an die „neue" Heimat in die Halle ein und präsentierte dann Volkslieder. Viele der Sängerinnen und Sänger waren bereits bei der Gründung vor 40 Jahren dabei. Danach ließen es die „Pinocchios", alle zwischen fünf und sieben Jahre alt, bei einem Rocksong kräftig krachen, bevor ein bunter Mix aus Gesang und Tanz folgte. Natürlich durfte auch eine Interpretation von „Atemlos" nicht fehlen. Helene Fischer ist eben die bekannteste Russlanddeutsche im Lande. Vor der Feier wurde im Foyer die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg" gezeigt.

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