JuHaKa

Das Jugendhaus Karlsruhe

 

Fünf Jahre nach der Gründung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland 1950 wurde die Kreis- und Ortsgruppe Karlsruhe ins Leben gerufen, die dank ihres Engagements nach wie vor zu den größten, stärksten und aktivsten in Baden-Württemberg und auch im Bundesverband gehört. Im nächsten Jahr feiert die Kreis- und Ortsgruppe Karlsruhe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. ihr 65-jähriges Bestehen.
Viel hat die Ortsgruppe in den vergangenen Jahren für die Integration der über 3.000 in Karlsruhe lebenden (Spät-)Aussiedlerfamilien, aber auch anderer Migrantinnen und Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion geleistet.
Dabei setzt der Vorstand der Ortsgruppe mit der Vorsitzenden Erna Pacer auf umfassende Jugendund Kinderarbeit unter dem Motto „Jugend ist unsere Zukunft“. Die Förderung in Bereichen Bildung, Kunst, Theater, Musik stärkt die Potenziale, gibt Sicherheit und unterstützt die Integration. Mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe, des Büros für Integration, des Stadtjugendausschusses und mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die sich ein ganzes Jahr lang an den Umbauarbeiten beteiligten, wurde das ehemalige Haus der DJO (Deutsche Jugend in Europa) in der Scheffelstraße 54 in Eigenregie renoviert und fand ab September 2008 eine neue Verwendung unter dem Motto "Alle unter einem Dach". Seitdem ist das Jugendhaus ein Treffpunkt für Jung und Alt, die Angebote werden ständig erweitert. Den Interessen entsprechend, gibt es jetzt ein breites Spektrum an Angeboten, wobei die meisten einen interkulturellen und integrationsbezogenen Charakter haben. Wir helfen allen Kindern und Jugendlichen, Eltern und Senioren (mit oder ohne Migrationshintergrund). Dabei arbeiten wir mit dem Schul- und Sportamt und Kulturamt der Stadt Karlsruhe, mit Migrantenvereinen im IBZ, mit dem Bürgerverein und Familienzentrum in Oberreut, mit Jugendorganisationen des Stadtjugendausschusses, mit dem Bund der Vertriebenen, mit mehreren Schulen eng zusammen.

Integrative Angebote: - Migrationsberatung (Beratung und Betreuung) - Theater für jedes Alter - Pinocchio-Schule (Frühkunsterziehung) - Vorschule - Hausaufgabenbetreuung (Deutsch, Englisch, Mathematik) - Musik - Tanzstunden - Seniorentreff

Als Verein haben wir unsere Arbeit von Anfang an mit ehrenamtlichen Kräften aufgebaut und sie wird mit Unterstützung von der Stadt Karlsruhe nachhaltig weitergeführt. Zu den Projekten, die mit Hilfe der Stadt Karlsruhe aufgebaut wurden, zählen, z.B. das HandpuppenMärchentheater sowie Rhythmik und Tanz, die wir seit Jahren in Kooperation mit einigen Karlsruher Schulen durchführen. Sehr erfolgreich ist unsere Theatergruppe „Theater für jedes Alter“, die schon mehrere Theaterstücke auf die Bühne gebracht hat. Im vergangenen Dezember glänzte sie wieder mit der Neu-Aufführung von „Dornröschen wieder da“ auf der Bühne des Studentenhauses mit über 50 Darstellern und zahlreichen ehrenamtlichen Mitwirkenden hinter den Kulissen. Die Kostüme für alle Auftritte werden ehrenamtlich von Vera Wild und Elena Tsentner genäht. Unsere Theatergruppe wirkt generationen- und sprachen-übergreifend, sie vereinigt in ihren Veranstaltungen Länder und Völker, verschiedene Kulturen und Sprachen.

Die 2008 eingerichtete und bis heute gut funktionierende Vorschule wird von Kindern im letzten Kindergartenjahr einmal wöchentlich besucht. Hier werden sie spielerisch, aber gezielt mit verschiedenen Arbeits- und Lernformen bekannt gemacht, die ihre Konzentration, Fein- und Grobmotorik sowie den sprachlichen und gesellschaftlichen Umgang miteinander fördern. Vorschule ist ein offenes Angebot für Kinder im Vorschulalter, unabhängig von ihrer Herkunft und dem sozialen Status ihrer Eltern. Ein besonders großer Wert wird auf die Sprachförderung gelegt. Die Gruppe ist multikulturell, alle Kinder haben Migrationshintergrund. Zum Abschluss veranstalten wir immer ein schönes Fest und alle Vorschüler bekommen ihre Schultüten mit Geschenken. Den Erfolg der Arbeit bestätigen die vielen Auszeichnungen, u.a. der Integrationspreis der Stadt Karlsruhe für das Projekt „Alle unter einem Dach“, Siebter Karlsruher Kinderfreundlichkeitspreis, Jugendpreis der Stadt Karlsruhe „Mensch – gut gemacht!“ usw.
"Verliehen in Würdigung und Anerkennung besonderer Leistungen und Aktivitäten zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft und Wirtschaft", steht auf der Urkunde des Internationalen Begegnungszentrums und des Kuratoriums "Karlsruher Integrationspreis", der am 9. Juni 2010 im Gartensaal des Karlsruher Schlosses zum vierzehnten Mal verliehen wurde. Auch in der heutigen schwierigen Zeit konzentrieren wir uns darauf, unsere Arbeit reibungslos fortsetzen zu können. Ab dem 16.03.2020 haben wir uns auf die Fernarbeit umgestellt. Die Kinder, die uns regelmäßig besucht haben, brauchen in dieser neuen und für sie ungewöhnlichen Zeit unsere Hilfe und Unterstützung. Trotz der schwierigen Situation durch die Corona-Krise bleiben wir mit unseren Kindern und ihren Eltern (digital) in Kontakt. Die neue Situation, die sich jetzt entwickelt hat, bewegt uns zu neuen Ideen, Methoden und Arbeitsformen, macht uns kreativ und erfinderisch.
Wir motivieren die Kinder ihre Aufgaben digital zu erledigen. Erstellte Gruppen in WhatsApp, in denen wir die Kinder und ihre Eltern erreichen, helfen uns regelmäßig und möglichst zeitnah in Verbindung zu bleiben. Außerdem kontaktieren wir unsere Kinder per Email und veranstalten VideoKinderkonferenzen, in denen wir den Kindern die Partizipation ermöglichen. Unsere Lehrer haben die Möglichkeit, in einzelnen Online-Klassen zu unterrichten, es sind Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren, die das neue Format schnell beherrschen. Die Kinder bringen ihre eigenen Ideen mit ein, tauschen sich aus und erzählen, wie sie ihre Zeit mit ihren Familien in dieser schwierigen und ungewöhnlichen Situation verbringen.
Wir unterstützen die Kinder tatkräftig bei den Hausaufgaben, die sie von ihren Schulen erhalten und helfen auch unsere Aufgaben zu bewältigen. Wir lernen gemeinsam Liedertexte, hören und singen mit. Die Kinder und Vorschulkinder erhalten von uns Videos, Arbeitsblätter (meistens mit Bildern und Übungen dazu) die sie entweder ausdrucken oder digital bearbeiten können und interaktive Übungen, mit denen das gelernte Thema oder Vokabular nachgearbeitet werden kann. Damit die Kinder auch Bewegung haben, bieten wir ihnen verschiedene Tanzlieder oder Tanzvideos online, die großen Spaß machen. Der Fernunterricht mit Kindern beweist, dass eine solche Option auch ein Existenzrecht hat. Die Menschen akzeptieren die neuen Bedingungen.

In der Zeit der Pandemie waren die Kinder und ihre Eltern froh am Unterricht weiterhin online teilzunehmen. Die Kinder haben die Aufgaben fleißig erledigt und haben Spaß daran, immer wieder etwas Neues zu erfahren. Diese neue Unterrichtsform wurde von allen Beteiligten sehr positiv bewertet. Klar, gab es auch Schwierigkeiten, besonders am Anfang, aber damit haben wir auch gerechnet und der Wille war groß die neue Herausforderung zu meistern. So gehören wir wohl zu den wenigsten Vereinen, die es wirklich schnell geschafft haben ihre Mitglieder, vor allem die Kinder, regelmäßig zu erreichen und zu unterstützen, sei es mit Online-Angeboten für die Freizeitgestaltung, mit Video-Konferenzen für die Kinder und ihre Eltern oder mit digitalen Klassenzimmern, in denen drei unsere Lehrerinnen regelmäßig unterrichten. In dieser für uns alle schwierigen und ungewöhnlichen Zeit halten wir fest zusammen. Auch die Großeltern sind in die Erziehung und Freizeitgestaltung ihrer Enkelkinder einbezogen und wirken so bei allen unseren Angeboten aktiv mit. Daneben haben wir auch altersspezifische Angebote für die Senioren ausgearbeitet, z.B. digitale Treffen bei Kaffee und Kuchen, Gymnastik online, Koch- und Backrezepte austauschen u.a.m. Die Senioren werden dabei von ihren Familien unterstützt und lernen den Umgang mit Digitalmedien. Leider wird unsere Arbeit dadurch erschwert, dass wir seit vielen Jahren auf engstem Raum arbeiten müssen und schon lange nach einem geeigneten Haus suchen, in dem wir alle Angebote und Aktivitäten bündeln könnten. Zurzeit findet unsere Arbeit neben dem Jugendhaus noch in angemieteten Räumlichkeiten im IBZ, in der Oststadt und in Oberreut statt. Das ist durch die Unterstützung der Stadt Karlsruhe möglich und wir sind sehr dankbar dafür. Trotzdem stehen wir oft vor Problemen wegen der steigenden Mieten und auch Sachkosten für alle Arbeitsmaterialien, Kostüme für die Theateraufführungen und Konzerte unsrer Kinder u.a.m. Sehr viele unsere Kinder kommen aus sozial schwachen Verhältnissen, einige ihrer Eltern haben jetzt wegen der Korona-Krise schon die Arbeit verloren. Natürlich versuchen wir die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, aber wir sind dringend auf Sponsorenhilfen angewiesen, um alle unsere Angebote auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Unsere MitarbeiterInnen und LehrerInnen, der Vorstand und viele Ehrenamtliche sind mit ganzem Herzen dabei die Integrationsarbeit in unserem Verein erfolgreich zu gestalten, dafür brauchen wir Hilfe, so sind wir für jede Spende dankbar.